CS muss sterben, damit CS leben kann! (Pre über CS)
Counter-Strike ist das wichtigste eSports-Spiel aller Zeiten. Es war der erste Online-Shooter, der sich Zugang zum Mainstream verschaffte. Die Geschichte von CS liest sich wie die eines Tellerwäscher-zum-Millionär-Streifens aus Hollywood. Nicht das Projekt einer großen Firma, nein, eine Modifikation zweier Studenten sollte ihren Erfolgsweg durch Hörensagen und Qualität statt massiver Werbung gehen. Mittlerweile hat die Realität den Traum jedoch eingeholt. Counter-Strike ist Teil von Valve, aus der einstigen Mod ist mittlerweile ein Standalone mit zahlreichen Ablegern geworden. Keines jedoch, weder CS:Condition Zero noch CS:Source, konnte bisher dem Original den Rang ablaufen. Doch es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis CS abgelöst wird. Ehrlich gesagt wird es sogar Zeit, dass Counter-Strike in Rente geht.Counter-Strike hat viele Probleme, die die Zukunft des Shooters gefährden. Diese sind teilweise sogar hausgemacht und waren schon lange absehbar. Valve wollte mit Counter-Strike:Source einen inoffiziellen Nachfolger schaffen. Doch statt auf den Ableger, der eigentlich nur eine aufgemotzte Kopie war, umzusatteln, spaltete man die Community in zwei verfeindete Lager, die ihr Spiel bis auf's Blut verteidigen. Wie man eine Community ausschlachtet und in Fetzen reißt, beweist Activision alle geschätzte zwei Monate, wenn sie mal wieder einen neuen Teil ihrer Serie veröffentlichen. Doch genau da liegt der Hase im Pfeffer. Der eSports hat ein Counter-Strike verdient, das die Communities wiedervereint. Schaut man sich CS an, wird einem eines klar: Es ist verdammt alt. Für neue Spieler wirkt das Spiel kaum noch attraktiv. Schaut man sich CS:Source an, wirkt das schon zeitgemäßer, zwischen CS und CoD:MW2 liegen hingegen schon Welten. Was also hält CS am Leben? Nun, es läuft auf nahezu jedem PC, ist billig und es spielen noch sehr viele Leute, vor allem die Stars und Idole der Kids. Die Turniere in CS werfen für Teamspiele am meisten Geld ab, weil die bekanntesten Spieler es spielen. Die bekanntesten Spieler spielen CS, weil es bei den Turnieren am meisten Geld abwirft. Klassischer Teufelskreis. Doch er erhält CS am Leben. Aber das Preisgeld dieser Turniere wird größtenteils von Sponsoren gestellt, Sponsoren die Interesse daran haben, ihre Technik in Spielen unter Beweis zu stellen. CS auf einem Event ist in etwa so, als würde man mit einem Porsche zum Einkaufen fahren. Bisher haben die Sponsoren die Füße relativ still gehalten, doch Druck könnte die CS-Vormachtstellung schnell zum Einsturz bringen. Dass CS:S das nicht mehr schafft, ist wohl klar, aber die nächste Generation Computerspiele ist bereits erschienen. Weitere Nachteile liegen klar auf der Hand. CS wird nicht weiterentwickelt. Stillstand ist Rückschritt. Neue Spieler wenden sich neuen Spielen zu, die ihre Computer ausreizen, alte Spieler haben sich nach 10 Jahren sattgesehen und -gespielt. Es gibt keine neuen Patches, keine Updates, alle Jubeljahre wird höchstens einmal eine neue Map in den Pool aufgenommen, aber damit hat Valve nichts am Hut. Im Gegensatz zu Blizzard pflegen sie nicht ihre Perlen, sie bringen auch kein Geld ein. Jetzt werden einige sagen, es ist auch gut so, dass sich CS nicht verändert, doch das ist falsch und es wird nicht reichen, um im eSport zu überleben. Wie schnell es gehen kann, hat die CGS in den USA gezeigt, als es Counter-Strike fast im Alleingang ausmerzte. Es wird Zeit für ein neues Counter-Strike, welches die CS und die CS:S Szene wieder zusammenführt. Gemeinsam würde man die Majorität der Egoshooter-Spieler stellen und könnte dementsprechend Einfluss nehmen, auf Valve, auf das Spiel. Dass Valve nicht taubstumm ist, hat sich spätestens beim Left4Dead2-Boykott gezeigt, mehrere Zehntausend haben Valve dazu gebracht, die Gründer der Steam-Community nach Seattle einzuladen. Wenn wenige Tausend dies schaffen, sollte es doch im Grunde ein Leichtes sein, mit der geballten CS-Community ein CS zu schaffen, welches den Anforderungen genügt. Meine Hoffnungen liegen hier ganz klar auf Counter-Strike 2, nicht auf dem leidlichen Pro-Mod, dessen Erscheinen mit dem des bekannten Duke gleichzusetzen ist. Valve sollte in Absprache mit professionellen Spielern, es gibt schließlich ein ganzes Jahrzehnt davon, ein neues Counter-Strike entwickeln, welches auf dem Original beruht, aber Neuigkeiten in sich birgt und nicht nur die alten Spieler glücklich macht, sondern auch neue Spieler hinzugewinnt. Das Spiel muss simpel, aber ansprechend sein. Es muss dem Prinzip entsprechen "easy to learn, hard to master". Keiner hat Lust gegen gute Spieler nie einen Frag machen zu können, ansonsten könnte man direkt Quake spielen. Es muss ein Teamspiel sein, welches Raum für Taktiken lässt. Und es muss ausbalanciert sein. Nach 10 Jahren habe ich momentan das gleiche Gefühl wie bei WarCraft 3 vor zwei Jahren - der Markt ist übersättigt. Momentan scheint es mehr Turniere als Teams zu geben, alle zwei Wochen wird irgendwo ein neuer Meister in irgendeinem Turnier gekürt. Ich bezeichne mich wahrlich als CS-Fan der ersten Stunde und manchmal erlebe ich noch ein Weltklasse-Spiel, doch die Momente der Langeweile überwiegen. Dies scheint nicht nur mir so zu gehen, auch die EPS-Spieler bevorzugen Poker, HoN, L4D2 und CoD, wenn sie nicht CS trainieren müssen. Ein Trailer zu CS nline aus dem Frühjahr 2008. CoD:MW2 stellt das Video mit seiner Ingame-Grafik mittlerweile in den Schatten.Es ist wichtig, dass der eSport mit CS seine Wurzel nicht verliert. Selbst Fußball wurde in all den Jahrzehnten immer wieder "gepatched" und mit neuen Regeln versehen. CS ist entwicklungstechnisch klinisch tot. Deshalb muss CS sterben, um seinem eigenen Nachfolger Platz zu schaffen. Valve sollte mit Hochdruck daran arbeiten, der Community ein ebenbürtiges Counter-Strike zu stellen, ansonsten fährt der Zug ab. Denn das alte CS wird auf Dauer nicht konkurrenzfähig, geschweige denn mit Argumenten zu verteidigen sein. Aber eSports braucht CS, ansonsten sind wir nur eine Ansammlung von Computerspielern, die alle drei Jahre eben das Spiel spielen, was gerade angesagt ist. Welchen Stellenwert hat denn ein Sport, der keine Tradition und keine Linie hat? Gar keinen. CS muss sterben, damit CS leben kann! Quelle: www.kistengang.de |
Das Sterben eines Klassikers: LAN-Party adé?
Die Tage, in denen jedes Wochenende Tausende in die heiligen Hallen pilgerten, scheinen gezählt. Den Zocker von heute hält es in seinen eigenen vier Wänden. Die LAN-Party Szene in Deutschland befindet sich in der Agonie und die Gründe dafür sind vielfältiger Natur. Ein Rückblick auf vergangene Ereignisse und ein Ausblick auf das, was kommen mag.Wer an Computerspiele, Events und eSport denkt, der denkt meist gleichermaßen an LAN-Parties. Als einstmals unabdingbares Mittel, sich gegenseitig am PC zu messen, haben LANs die Entwicklung des elektronischen Wettbewerbs entscheidend geprägt. Allein in Deutschland gab es mitunter Jahr für Jahr tausende solcher Veranstaltungen; gerade zu Beginn des neuen Jahrtausends gab es einen regelrechten LAN-Party-Boom. Doch was ist passiert mit den kultigen Meetings, die es einstmals noch wie Sand am Meer gegeben hatte? Immer mehr renommierte Veranstaltungen verschwinden von der LAN-Party Landkarte und auch kleinere Parties sucht man mittlerweile vergebens. Bevor wir uns den Ursachen und Gründen widmen, zunächst einmal ein paar Fakten. Atari ST von 1987 Glaubt man einer gängigen Definition im Internet, dann handelt es sich bei einer LAN-Party um die Zusammenkunft von Computerbenutzern zum gemeinsamen Spielen von Computerspielen übers Netzwerk. Die erste offizielle LAN-Party soll bereits im Jahre 1987 mit einigen Ataris stattgefunden haben. Aufgrund der geringen Zahl von Computerbesitzern stieg die Quantität der LANs aber erst mit der Verfügbarkeit des PCs für jedermann in den 1990er Jahren. Durch die Steigerung der Leistungsfähigkeit und die Vereinfachung der Bedienung von Computern wurden auch Netzwerkparties immer attraktiver. Was früher nur echten Freaks gelingen konnte, war bald auch für Neulinge nahezu problemlos machbar - das Vernetzen von Computern. Ebenso machten die immer häufiger erscheinenden, neuen und verbesserten Multiplayerspiele die LAN-Parties lohnenswert. Das Maß aller Dinge: DreamHack In Deutschland etablierte sich Ende der 90er Jahre eine rasant wachsende Netzwerk-Szene. Wie man den Zahlen von lanparty.de entnehmen kann, gab es im Jahr 2001 bereits über 1.600 offiziell angemeldete LAN-Parties in der Bundesrepublik. Größe und Ausmaß schienen bald keine Grenzen mehr gesetzt. Der Teilnehmerrekorde der 'Gamers Gathering' (1999, 1.600 Teilnehmer), 'Breaking Normality' (2000, 2.460) und NorthCon Winter (2004, 3.150) wurden schließlich allesamt von der NorthCon Winter 2005 in den Schatten gestellt. Etwa 3.450 Computer wurden hier miteinander vernetzt; bis heute deutscher Rekord. Unvergessen ist dabei auch der Weltrekordversuch der Dimension 6 in Bremen, die auf 6.280 Teilnehmer ausgelegt war. Der Rekord wurde jedoch verfehlt, 'nur' 3.142 Zocker fanden ihren Weg in die Messehallen. Die größte LAN-Party, die jemals stattgefunden hat, ist übrigens die schwedische DreamHack Winter 2007. Wie man dem Guinness Buch der Rekorde entnehmen kann, wurden hier sage und schreibe 10.554 Computer und 11.060 Teilnehmer gezählt. Hierzulande vermochte der Schein der immer größer werdenden Super-LANs jedoch darüber hinweg zu täuschen, dass ein negativer Trend bereits eingesetzt hatte. Seit dem Jahr 2004 waren die Zahlen der in Deutschland angemeldeten Parties stark rückläufig, wie die nachfolgende Statistik zeigt: Jahr - Angemeldete LANs 2000 - 1513 2001 - 1640 2002 - 1484 2003 - 1096 2004 - 1280 2005 - 1248 2006 - 769 2007 - 629 2008 - 474 2009 - 374 Für das laufende Kalenderjahr sieht es indes nicht besser aus. Gerade einmal 75 LANs wurden bisher offiziell angekündigt. Der Entwicklung zu Folge ist davon auszugehen, dass 2010 in etwa nur noch so viele Netzwerkparties wie vor 15 Jahren stattfinden werden. Dass das Ende der LAN-Party Ära näher zu rücken scheint, wird insbesondere durch das Verschwinden zahlreicher großer und etablierter Veranstaltungen deutlich. Parties wie The Summit, Slaughterhouse, Das Große Beben, CS_Doctors, LANwirtschaft oder die Alpha LAN, die zu ihrer Zeit hunderte Spieler anlockten, sind mittlerweile in der Versenkung verschwunden. Der Backbone - Herzstück der LAN Gründe für diesen Abwärtstrend gibt es viele. Allen voran ist sicherlich der weiträumige Ausbau des Breitbandinternets in Deutschland zu nennen. Warum extra auf eine LAN fahren, wenn man auch bequem von zu Hause aus mit den gleichen Bedingungen spielen kann? Downloadgeschwindigkeiten und Latenz sind heutzutage annähernd so gut wie im Netzwerk. Doch das war nicht immer so. 1999 konnte der interessierte Internetuser hierzulande erstmals DSL nutzen - wenn er denn knapp 100 Mark im Monat dafür übrig hatte. Im Paket mit 100 Surf-Stunden kostete der Spaß damals sogar stolze 247 Mark. Dafür erhielt er 768kBit/s Downloadgeschwindigkeit anstelle der 64kBit, die ihm sein ISDN bis dahin beschert hatte. Nachdem es 2001 bereits über zwei Millionen DSL-Kunden in Deutschland gab, erweiterte die Telekom in den folgenden Jahren stetig ihr Angebot, sodass 2003 DSL 3000 auf den Markt kam. Durch den florierenden Wettbewerb zwischen der Telekom und ihren Mitbewerbern sanken in der Folge, sehr zur Freude des Endverbrauchers, die Preise. 2004 kostete die Flatrate weniger als 10 Euro, 2005 wurde der entbündelte Anschluss freigeschaltet und das Breitbandinternet weiträumig ausgebaut, 2006 waren erstmals 50MBit/s verfügbar. Das Wachstum der Online-Zugänge zwischen 2002 und 2007 wird auf 54% betitelt. Schon Anfang 2009 konnten sich drei Viertel der deutschen Haushalte stolze Besitzer eines Breitbandanschlusses nennen. Geht es nach der Bundesnetzagentur, dann ist das Internet unaufhaltsam auf dem Vormarsch. So geht die Behörde davon aus, dass bis 2014 mindestens 75% der Haushalte Anschlüsse mit Übertragungsraten von mindestens 50 Megabit pro Sekunde haben werden. Den LANs stehen also schlechte Zeiten bevor. Teilnehmer einer Demo gegen Killerspielverbot Aber nicht nur das Internet bereitet den LANs Sorgen. Problematisch ist zudem seit einiger Zeit die allgegenwärtige 'Killerspieldebatte'. Unter dem Einfluss stigmatisierender Pressemeldungen neigt der Unwissende (Politiker) nach wie vor dazu, den durchschnittlichen Computerfreund gern mal auf eine Stufe mit einem psychisch gestörten Amokläufer zu stellen. Das hat wiederum zur Folge, dass sich auch die Eigentümer geeigneter Locations von den LAN-Parties distanzieren möchten, geschweige denn eine solche unterstützen. Wer möchte schon in einem Atemzug mit einer Horde potenzieller Killer genannt werden? Das bedeutet, die Mietkosten für das Objekt müssen unter Hinweis auf die Wirtschaftskrise in utopische Höhen manövriert werden, um den Veranstaltern der Party die Finanzierung zu erschweren. Oder man macht es einfach wie die Bayern und schafft vorsichtshalber schonmal einen Erlass, der unter anderem Schulen verbietet, ihre Räumlichkeiten für eine solche Veranstaltung zur Verfügung zu stellen. "Als besonders gefährdend für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen sind die so genannten Ego-Shooter anzusehen", wusste man im bayerischen Kultusministerium schon 2003. Große Freude! Tastatur gewonnen! Große Freude! Tastatur gewonnen! Doch mitunter ist auch der Zocker selbst Schuld an der misslichen Lage der LAN-Party Szene. Die Zeiten, in denen SBR, DkH oder mTw auf kleineren LANs den erstaunten Hobbyzockern ihr Können präsentierten und sich Deagle-only zum Turniersieg schossen sind längst vorbei. Aus Prestigegründen fährt heute kaum ein Team mehr auf LAN. Während der ursprüngliche Sinn der Veranstaltung, das Erlebnis des gemeinsamen Zockens und Feierns, immer mehr in den Hintergrund gerückt ist, haben vor allem Geld- und Sachpreise die Oberhand bei der Auswahl der zu besuchenden LAN gewonnen. Kann ein Organisatorenteam nur mit ein paar Urkunden für die Gewinner aufwarten, wird es gern einmal belächelt und die LAN von vornherein von vielen kategorisch ausgeschlossen. Nicht gern auf LAN: Pinker Zwerg auf Kaltblüter Und schließlich gibt es da noch ein spezielles Phänomen, das den LAN-Parties arg zugesetzt hat. Die Rede ist von Massively Multiplayer Online Role-Playing Games, MMORPGs. Dieses vornehmlich im Internet mit unzähligen Mitspielern zelebrierte Genre lässt sich nämlich nur schwer mit den Gepflogenheiten einer Netzwerkparty vereinbaren. Hier stehen sich ein schnelles Turnier, das an einem Wochenende entschieden wird, und ein Character, der über Wochen und Monate gepflegt werden will, gegenüber. Da in Deutschland die Bandbreite bisher nicht ausreicht, um eine große Zahl an Spielern gleichzeitig auch vom Netzwerk aus im Internet aktiv werden zu lassen, sind deutsche LANs für RPGler nicht attraktiv. Für den Rollenspieler ist die LAN-Party daher genauso uninteressant wie der Rollenspieler auf der LAN-Party überflüssig ist. Die Zahlen im Falle World of WarCraft sprechen zudem Bände. Allein in Deutschland wurde das Spiel in den ersten Wochen über 200.000 Mal verkauft; weltweit ging die zweite Erweiterung, Wrath of the Lich King, am ersten Tag nach der Veröffentlichung, gar mehr als 2,8 Millionen Mal über den Tresen. Aber, mal ehrlich, wer hat schon gern auf LAN eine ganze Gilde um sich herumsitzen, die gebannt auf den Monitor starrt und mit gekonnt frequentierten Mausklicks einen Bossgegner bearbeitet? Es stellt sich also für Betreiber und Besucher einer LAN die Frage, ob man selbige heute überhaupt noch braucht. Sicher, die Zahlen der Veranstaltungen werden auch in Zukunft weiter unaufhaltsam rückläufig sein. Und in Anbetracht steigender Kosten und immer größer werdender Gegenwehr aus der Öffentlichkeit wird zwangsläufig die Organisation einer LAN immer schwieriger. Doch ist eSport überhaupt gänzlich ohne LAN-Parties vorstellbar? Und wäre nicht vielleicht der Zocker, der heute noch über die Überflüssigkeit des Netzwerks spottet, morgen vielleicht der Erste, der sich darüber ärgert, dass es keine einzige LAN mehr gibt? LAN-Feeling Denn eines ist indes sicher: Mit dem Charme und der Stimmung einer LAN-Party kann kein Online-Event auf der Welt mithalten. Sich nach einem knappen Sieg in der Overtime mit seinen Mitspielern abzuklatschen und erst einmal mit einem lauwarmen Bier anzustoßen ist im Vergleich zum verzerrten Ventrilo-Gekreische im Netz fürwahr unbezahlbar. Es sind die besonderen Momente, die man gemeinsam im LAN erlebt, die solche Veranstaltungen mitunter unvergesslich machen. Wer dieses Gefühl einmal erlebt hat, wird den gewaltigen Unterschied zwischen Internet und Netzwerk ohne Zögern bestätigen können. Die Hoffnung ruht daher bei den Betreibern der verbliebenen LAN-Parties, unter anderem NorthCon, LANarena, ['ju:nien], The Reality, Lan-Nation, BK(XX)L und C-MaxX enlarged. Die fetten Jahre mit übergroßen Veranstaltungen und immer neuen Rekorden sind endgültig vorbei. Um heute ein Event auf die Beine zu stellen, muss man schon ein ziemlicher Idealist und Realist sein - und man braucht einen langen Atem im Kampf ums Überleben. Ironischerweise könnte nun aber gerade das Verschwinden vieler Netzwerk-Parties und die Verkleinerung der Szene zur Stärkung der wenigen noch verbliebenen LANs führen. Der dezimierte Kreis der Veranstaltungen wird davon profitieren, dass man nicht mehr um die Besucher buhlen muss und sich dadurch gegenseitig schwächt. Auf Kosten der bisher auf der Strecke gebliebenen LANs könnte also der Stand der noch vorhandenen Parties gefestigt und deren Existenz gesichert werden. Das ist zwar in Anbetracht des schwerwiegenden Verlustes vieler großer und beliebter LANs nur ein schwacher Trost, führt aber letztlich dazu, dass wir uns in LAN-Deutschland auch zukünftig noch auf einige Events werden freuen können. Darüber, dass LAN-Parties auch in den kommenden Monaten und Jahren ein Muss im Eventkalender sein sollten, sind sich zumindest (fast alle) Repräsentanten der Szene einig, wie man den folgenden Statements entnehmen kann. Christopher 'debsN68' Debski, Rookie of the Season EPS 15: "LANs finde ich im Allgemeinen eine gute Sache. Man kann sich offline beweisen, trifft seine Teamspieler und andere Leute, die man nur aus dem Internet kennt. Ich persönlich gehe gerne auf große, gut organisierte Lans wie z.B. die NorthCon. Es sollte mehr größere Lans geben und nicht so viele kleine. Die kleinen Lans finde ich unnötig, da es meist keine guten Preise gibt und die LANs auch nie mit guten Teams besetzt sind. In diesem Jahr wird man mich wahrscheinlich nur einmal auf LAN sehen und das wird nicht die Relegation sein "Tobias 'Troubley' Tabbert, Spieler EPS Season 14: "Auf Grund meines Alters war ich bisher erst auf zwei offiziellen LANs, den ESL Relegationen. Dieses Jahr werde ich aber mit Sicherheit auch zur NorthCon fahren und ansonsten mal schauen, was sich so ergibt. Was für mich LAN einfach ausmacht sind die gleichen Spielbedingungen und die hautnahen Emotionen." thumb Dr. LAN is not amused Eva 'IAMLOCO' Franczyk, Spielerin Major Series & DFM "Ich gehe seit ich 13 bin auf LANs, am Anfang waren es noch kleine Privatlans auf die mich mein Bruder mitgeschleppt hat. Mit zunehmenden Alter ging ich auch auf grössere LANs wie die Summit oder andere Veranstaltungen im Ausland. Leider schaffen es die wenigsten LANs auf Grund von Netzwerkproblemen den Terminplan einzuhalten. Das kann manchmal ziemlich nerven. Das schönste an solchen Events ist neben den Preisen aber, dass man die ganzen Leute aus dem Internet auch mal im echten Leben trifft und kennenlernt." Eric 'eRz' Schneider, Spieler EPS Season 11 "Neben vielen kleinen LANs war ich bisher 3x auf der TheSummit und 1x auf der CmaxX Enlarged. Natürlich freut sich jeder LAN Besucher über ansprechende Preise - der Grund auf eine LAN zu fahren, ist für mich jedoch eigentlich, dass ich mit meinen Freunden und Teammates auch endlich mal offline spielen und quatschen, sowie das ein oder andere Bierchen zischen kann. Da ich aber generell lieber offline spiele, da es einfach mehr Spaß macht, hoffe ich im nächsten Jahr mal wieder auf eine nette Netzwerkparty fahren zu können "Tim 'Mason' Kleemann, Spieler EPS Season 6 bis 15 "Deutsche Lans sind grausam und ohne entsprechende Preise werde ich keine mehr besuchen "Quelle: readmor |
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